Aktuelle Entwicklungen und Informationen (Stand: 15.10.2020)

Nothilfeprogramme: Freistaat hilft Kunst- und Kulturschaffenden in der Coronakrise

15.05.2020

Verlässlich an der Seite der Kunst und Kultur: 200 Mio. Euro und sechs verschiedene Programme zur Stabilisierung von Bayerns Kulturlandschaft

Wichtige Nachricht und Hilfe für alle Kunst- und Kulturschaffenden in Bayern: Laut einer Mitteilung des Bayerischen Kunstministers Bernd Sibler wird der Freistaat mit einem Rettungsschirm in Höhe von 200 Millionen Euro und sechs aufeinander abgestimmten Nothilfeprogrammen die Künstlerinnen und Künstlern, Kreativen und Kulturschaffenden in der Corona-Krise unterstützen. So wolle man die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kulturlandschaft abfedern und Existenzen sichern, so Sibler bei einer Vorstellung der Hilfsprogramme mit Ministerpräsident Dr. Markus Söder.

Mit dem Kultur-Rettungsschirm und unbürokratischen Hilfen wolle der Freistaat ein verlässlicher Partner sein. Aufgrund der umfassenden und notwendigen Maßnahmen, die zur Eindämmung der Pandemie vorgenommen werden mussten, konnten zahlreiche Veranstaltungen nicht stattfinden, kulturelle Einrichtungen mussten bis auf Weiteres geschlossen werden.


Auch Berthold Rüth, MdL, zeigte sich erfreut: "Überall in Bayern und darüber hinaus, auch im Landkreis Miltenberg, sieht man, welche enormen Auswirkungen die Corona-Krise auf die Kunst- und Kulturlandschaft hat. Kunst und Kultur machen unsere Gesellschaft aber aus und stellen ein hohes Gut dar! Wir sind uns alle unserer Verantwortung bewusst: Bayern ist ein Kulturstaat und das wird auch so bleiben! Sicher freuen wir uns alle, nach der Krise wieder die Kreativität in und aus Bayern bestaunen zu können." Das Hilfsprogramm biete der Szene nun eine erste Perspektive, die durch ein umfangreiches und ausgewogenes Konzept
für einen Neustart für Kunst und Kultur (natürlich unter veränderten Bedingungen) ergänzt werde. Dieses Konzept sei gerade in der Entwicklung, so Minister Sibler: Die Kulturminister der Länder legen in diesen Tagen der Ministerpräsidentenkonferenz Eckpunkte für eine Öffnung des Kulturbetriebs zur Beratung vor.

Die verschiedenen Programme im Einzelnen, die Staatsminister Sibler vorstellte:


1. Förderung von soloselbständigen Künstlerinnen und Künstlern ohne eigene Betriebsstätte: "Künstlerhilfsprogramm Plus"

Das Künstlerhilfsprogramm des Kunstministeriums soll um 50 Millionen Euro erhöht werden und so zu einem "Künstlerhilfsprogramm Plus" erweitert werden. Insgesamt sind für das Programm jetzt 140 Millionen Euro vorgesehen. Nun sollen über das Künstlerhilfsprogramm Plus soloselbständige Künstlerinnen und Künstler ohne eigene Betriebstätte sowie diejenigen, die ihren Lebensunterhalt überwiegend mit erwerbsmäßiger künstlerischer Tätigkeit bestreiten und die durch die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden Einnahmeausfälle in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, eine finanzielle Soforthilfe erhalten. Eine Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse ist damit kein Muss mehr. Die Adressaten des Programms müssen ihren Hauptwohnsitz in Bayern haben. Damit erfasst das erweiterte Programm auch die Künstlerinnen und Künstler, die aus verschiedenen Gründen nicht Mitglieder der KSK werden können, etwa punktuell beschäftigte Schauspielerinnen und Schauspieler. Geplant ist die Unterstützung im Zeitraum von Mai bis September 2020 für bis zu drei aufeinander folgende Monate. Die Hilfen umfassen je nach Verdienstausfall bis zu 1.000 Euro pro Monat. Der Online-Antrag für das erweiterte Programm steht in der kommenden Woche auf der Webseite des Kunstministeriums zur Verfügung. Mit der Erweiterung des Künstlerhilfsprogramms zum Künstlerhilfsprogramm Plus setzt der Freistaat ein Zeichen der Wertschätzung für die Künstlerinnen und Künstler. Die vielen Rückmeldungen wurden dabei sehr ernst genommen, um noch mehr Kunstschaffenden Unterstützung zu bieten.


2. Förderung von soloselbständigen Künstlerinnen und Künstlerin mit eigener Betriebsstätte: "Soforthilfe Corona"

Kleinere Unternehmer und Freiberufler sowie Kulturveranstalter fördert das Wirtschaftsministerium zur Abwendung einer Existenzgefährdung über die "Soforthilfe Corona" mit Beträgen von 9.000 Euro bis 50.000 Euro. Dieses Programm, das zusätzlich zum Kultur-Rettungsschirm läuft, steht auch freiberuflichen Künstlerinnen und Künstlern sowie Kulturvermittlern offen, soweit sie eine eigene Betriebsstätte und betriebsbedingte Ausgaben haben. Eingeschlossen sind auch gemeinnützige, am Markt tätige Einrichtungen auch im kulturellen Sektor.


3. Faire und gerechte Lösungen bei Honorarausfällen

Die Bayerische Staatsregierung sorgt auch für faire und gerechte Lösungen bei Honoraren für Auftritte und Einsätze, die aufgrund der Pandemie nicht zustande gekommen sind. Wer bei staatlichen Einrichtungen ein Engagement hatte, kann auch bei coronabedingter Absage mit einem Ausfallhonorar rechnen. Dabei orientiert sich das Kunstministerium an den Regelungen des Bundes.


4. Stabilisierungsprogramm für kulturelle Spielstätten und nichtstaatliche Kunst- und Kultureinrichtungen

Die bereits vorhandene Nothilfe des Bundes und des Freistaates soll um ein Stabilisierungsprogramm für Spielstätten im Kulturbereich ergänzt werden. Dafür sind rund 30 Millionen Euro eingeplant. Es ist davon auszugehen, dass die Rahmenbedingungen langfristig für Spielstätten in Bayern schwierig sein werden, denn die Krise wird länger fortbestehen, als die Nothilfeprogramme andauern. Mit einer Förderung bis zum Ende des Jahres will die Staatsregierung deshalb bis zu 700 kleinere und mittlere Spielstätten im Bereich Theater, Kleinkunst, Musik und Kabarett langfristig unterstützen und so durch die Krise helfen. Hinzu kommen weitere Millionen für rund 260 Kinos und Filmproduktionen in der Zuständigkeit des bayerischen Digitalministeriums. Mit insgesamt zehn weiteren Millionen Euro werden zudem durch das Kunstministerium geförderte nichtstaatliche Kunst- und Kultureinrichtungen einschließlich der Sing- und Musikschulen, die von Einnahmeausfällen aufgrund der der Corona-Pandemie betroffen sind, gefördert.


5. Programm Laienmusik

Der Freistaat will auch den Erhalt vieler Musikvereine als Teil der bayerischen Kultur in der Krise unterstützen. Dafür sind im Programm Laienmusik rund 10 Millionen Euro eingeplant.


6. Förderung von Projektträgern und Institutionen im Kulturbereich

Das Kunstministerium kommt den Projektträgern und Institutionen im Kulturbereich mit mehreren Maßnahmen entgegen: Es unterstützt eine Vielzahl von kulturellen Projekten in Bayern. Ziel ist, in laufenden Förderverfahren des Ministeriums (Musik, Theater, Festivals) bei coronabedingten Absagen faire und gerechte Lösungen zu finden - etwa dadurch, dass der Förderzeitraum verschoben oder die Durchführung neuer digitaler Formate berücksichtigt wird und Härtefälle individuell geprüft werden. Das gilt für rund 800 Förderungen mit einem Volumen von 150 Millionen Euro pro Jahr.

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